Bremsen: Unterschied zwischen den Versionen

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(Stempelbremsen)
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===Stempelbremsen mit Gestänge===
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Bei dieser sehr einfachen Bremse wird mit Hilfe eines Hebels und einer Bremsstange der Bremsschuh von oben auf das Vorderrad gedrückt. Diese Konstruktion führt jedoch zu einem hohen Reifenverschleiß. Zudem ist ihr Wirkungsgrad nur gering. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass sich die Bremshebel nur bedingt mit verschiedenen [[Lenker|Lenkerformen]] kombinieren lassen.  
 
Bei dieser sehr einfachen Bremse wird mit Hilfe eines Hebels und einer Bremsstange der Bremsschuh von oben auf das Vorderrad gedrückt. Diese Konstruktion führt jedoch zu einem hohen Reifenverschleiß. Zudem ist ihr Wirkungsgrad nur gering. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass sich die Bremshebel nur bedingt mit verschiedenen [[Lenker|Lenkerformen]] kombinieren lassen.  
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Datei:Stempelbremse Detail Orthopädie Königssee.jpg|Detail einer Stempelbremse gemarkt mit "Orthopädie KÖNIGSEE"; Diese Bremse war an einem [[Brandenburg]]-Fahrrad um 1957 verbaut.
 
Datei:Stempelbremse Detail Orthopädie Königssee.jpg|Detail einer Stempelbremse gemarkt mit "Orthopädie KÖNIGSEE"; Diese Bremse war an einem [[Brandenburg]]-Fahrrad um 1957 verbaut.
 
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*'''Stempelbremsen mit Seilzug'''
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===Stempelbremsen mit Seilzug===
  
 
Seilzugstempelbremsen werden durch [[Bowdenzüge]] betätigt. Auch hier wird ein Bremsschuh von oben auf das Vorderrad gedrückt. Gegenüber der Betätigung mittels Gestänge ergibt sich so der Vorteil, unterschiedliche Lenkerformen verwenden zu können. Der Hauptnachteil besteht auch hier in der geringen Bremswirkung und dem hohen Reifenverschleiß. Zudem sind Stempelbremsen mit Bowdenzugbetätigung alles andere als wartungsfreundlich. Trotzdem wurden noch bis 1990 zahlreiche Tourensport- und Klappräder mit dieser Vorderradbremse ausgerüstet.
 
Seilzugstempelbremsen werden durch [[Bowdenzüge]] betätigt. Auch hier wird ein Bremsschuh von oben auf das Vorderrad gedrückt. Gegenüber der Betätigung mittels Gestänge ergibt sich so der Vorteil, unterschiedliche Lenkerformen verwenden zu können. Der Hauptnachteil besteht auch hier in der geringen Bremswirkung und dem hohen Reifenverschleiß. Zudem sind Stempelbremsen mit Bowdenzugbetätigung alles andere als wartungsfreundlich. Trotzdem wurden noch bis 1990 zahlreiche Tourensport- und Klappräder mit dieser Vorderradbremse ausgerüstet.
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Datei:Bild25 006.jpg|'''Bremsgriff für Stempelbremse'''<br>'''Zeitraum:''' ca. 1970 - 1990<br>'''Verwendung:''' Tourenräder ([[Mifa]]), Tourensporträder ([[Diamant]], [[IFA Touring]], Mifa), Klappräder<br>'''Material:''' Stahl, Kunststoff<br>'''Bemerkungen:''' Kunststoff bis ca. 1980 grau, später schwarz
 
Datei:Bild25 006.jpg|'''Bremsgriff für Stempelbremse'''<br>'''Zeitraum:''' ca. 1970 - 1990<br>'''Verwendung:''' Tourenräder ([[Mifa]]), Tourensporträder ([[Diamant]], [[IFA Touring]], Mifa), Klappräder<br>'''Material:''' Stahl, Kunststoff<br>'''Bemerkungen:''' Kunststoff bis ca. 1980 grau, später schwarz
 
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==Felgenbremsen==
 
==Felgenbremsen==
  
 
Bei einer Felgenbremse werden die Bremsschuhe seitlich gegen die Felge gedrückt. Dies erfordert ein [[Felgen|Felgenprofil]] mit geraden Seitenflächen. Felgenbremsen werden stets mit [[Bowdenzüge|Bowdenzügen]] bedient. Sie können sowohl als Vorderrad- als auch als Hinterradbremse eingesetzt werden. Der Wirkungsgrad von Felgenbremsen ist deutlich größer als bei Stempelbremsen, er hängt jedoch auch stark vom Zusammenspiel zwischen Bremsbelag und Felge ab. In der DDR verwendete man Seiten- und Mittelzugfelgenbremsen. Während die Bremsarme einer Seitenzugfelgenbremse einen gemeinsamen Drehpunkt haben, bewegen sich die Bremsarme der Mittelzugfelgenbremse jeweils um einen gesonderten Drehpunkt. Bei Verwendung von Mittelzugfelgenbremsen sind außerdem Gegenhalter erforderlich, die üblicherweise am Steuersatz und am Sattelklemmbolzen befestigt werden.  
 
Bei einer Felgenbremse werden die Bremsschuhe seitlich gegen die Felge gedrückt. Dies erfordert ein [[Felgen|Felgenprofil]] mit geraden Seitenflächen. Felgenbremsen werden stets mit [[Bowdenzüge|Bowdenzügen]] bedient. Sie können sowohl als Vorderrad- als auch als Hinterradbremse eingesetzt werden. Der Wirkungsgrad von Felgenbremsen ist deutlich größer als bei Stempelbremsen, er hängt jedoch auch stark vom Zusammenspiel zwischen Bremsbelag und Felge ab. In der DDR verwendete man Seiten- und Mittelzugfelgenbremsen. Während die Bremsarme einer Seitenzugfelgenbremse einen gemeinsamen Drehpunkt haben, bewegen sich die Bremsarme der Mittelzugfelgenbremse jeweils um einen gesonderten Drehpunkt. Bei Verwendung von Mittelzugfelgenbremsen sind außerdem Gegenhalter erforderlich, die üblicherweise am Steuersatz und am Sattelklemmbolzen befestigt werden.  
 
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===Bremsgriffe für Fahrräder mit Felgenbremsen===
  
 
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Datei:Bremshebel abgerundet.JPG|'''Bremsgriff von [[MILA]]'''<br>'''Zeitraum:''' 198? bis 1990<br>'''Verwendung:''' vrmtl. nur für Exportausführungen<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' Ende des Bremshebels abgerundet
 
Datei:Bremshebel abgerundet.JPG|'''Bremsgriff von [[MILA]]'''<br>'''Zeitraum:''' 198? bis 1990<br>'''Verwendung:''' vrmtl. nur für Exportausführungen<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' Ende des Bremshebels abgerundet
 
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*'''Bremsgriffe für Rennräder'''
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===Bremsgriffe für Rennräder===
  
 
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Datei:Bild25 079.jpg|'''Bremsgriff für Rennräder'''<br>'''Zeitraum:''' 195? bis 196?<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' Bremsgriff mit zwei Bolzen (für Verschraubung am Lenker und als Scharnier für Hebel)
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Datei:Bremshebel-50er.JPG|'''Bremsgriff mit Doppelbolzen'''<br>'''Zeitraum:''' 1957 bis 196?<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' ein Bolzen als Scharnier für den Hebel und einer zur Befestigung am Lenker (nur direkte Verschraubung; keine Schellenbefestigung möglich)
Datei:Platzhalter.jpg|'''Bremsgriff für Rennräder'''<br>'''Zeitraum:''' 196? bis 197?<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' gleicher Bremsgriff wie links nebenstehend, jedoch mit nur einem Bolzen (Befestigung am Lenker mittels Schelle)
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Datei:Platzhalter.jpg|'''Bremsgriff für Rennräder'''<br>'''Zeitraum:''' 196? bis 19??<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' Befestigung am Lenker mittels Schelle
Datei:Rasant bremshebel.JPG|'''Bremsgriff von [[Rasant]]'''<br>'''Zeitraum:''' 197? bis 1990<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' [[Rasant]]-Bremshebel mit grauer Kunststoffbeschichtung und integrierten Zugentlastern
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Datei:Platzhalter.jpg|'''Bremsgriff mit Gummihülle'''<br>'''Zeitraum:''' 196? bis 19??<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' Befestigung am Lenker mittels Schelle
Datei:Bremsgriffe Rennrad schwarz.jpeg|'''Bremsgriff von [[Rasant]]'''<br> gleicher Bremsgriff wie links nebenstehend, jedoch mit schwarzer Kunststoffbeschichtung
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Datei:Rasant bremshebel.JPG|'''[[Rasant]]-Bremsgriff für Mittelzugbremsen'''<br>'''Zeitraum:''' 70er Jahre<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' graue Kunststoff- beschichtung; integrierte Zugentlaster
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Datei:Bremshebel-seitenzug.JPG|'''[[Rasant]]-Bremsgriff für Seitenzugbremsen'''<br>'''Zeitraum:''' 80er Jahre<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' schwarze Kunststoff- beschichtung; ohne Zugentlaster
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Datei:Bremshebel-mittelzug.JPG|'''[[Rasant]]-Bremsgriff für Mittelzugbremsen'''<br>'''Zeitraum:''' 80er Jahre<br>'''Verwendung:''' Rennräder von [[Diamant]]<br>'''Material:''' Aluminium <br>'''Bemerkungen:''' schwarze Kunststoff- beschichtung; integrierte Zugentlaster
 
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*'''Felgenbremsschenkel'''
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===Felgenbremsschenkel===
  
 
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Datei:BremsschenkelVerchromt.JPG|Bremse von Rasant aus verchromtem Aluminium, verbaut an ?? von 19?? bis 19??, Material: Aluminium
 
Datei:BremsschenkelVerchromt.JPG|Bremse von Rasant aus verchromtem Aluminium, verbaut an ?? von 19?? bis 19??, Material: Aluminium
 
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*'''Felgenbremsen mit Gestänge'''
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===Felgenbremsen mit Gestänge===
  
 
Eine Sonderstellung im DDR-Fahrradbau nahmen die in den 1950er Jahren produzierten Tourenräder in sogenannter "englischer Ausführung" ein. Sie besaßen unter anderem Felgenbremsen mit Gestängebetätigung. Bei den entsprechenden Modellen von [[Diamant]] wurde bis etwa 1958 wurde die Gestängeumlenkung in Nähe der Steuerkopfmuffe mit einer Schelle befestigt, danach in eine angelötete Hülse geschraubt. Noch bis 1961 wurden derartige Bremsen bei den letzten Exporträdern von [[Möve]] verwendet.  
 
Eine Sonderstellung im DDR-Fahrradbau nahmen die in den 1950er Jahren produzierten Tourenräder in sogenannter "englischer Ausführung" ein. Sie besaßen unter anderem Felgenbremsen mit Gestängebetätigung. Bei den entsprechenden Modellen von [[Diamant]] wurde bis etwa 1958 wurde die Gestängeumlenkung in Nähe der Steuerkopfmuffe mit einer Schelle befestigt, danach in eine angelötete Hülse geschraubt. Noch bis 1961 wurden derartige Bremsen bei den letzten Exporträdern von [[Möve]] verwendet.  
  
 
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Datei:BremseExport.jpg|'''Felgenremse mit Gestänge'''<br>'''Zeitraum:''' 195? - ca. 1961<br>'''Verwendung:''' Tourenräder in "englicher Ausführung" von [[Diamant]], [[Mifa]], [[Möve]] und [[Simson]]<br>'''Material:''' Stahl<br>'''Bemerkungen:'''
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Datei:BremseExport.jpg|'''Felgenremse mit Gestänge'''<br>'''Zeitraum:''' 195? - ca. 1961<br>'''Verwendung:''' Tourenräder in "englischer Ausführung" von [[Diamant]], [[Mifa]], [[Möve]] und [[Simson]]<br>'''Material:''' Stahl<br>'''Bemerkungen:'''
 
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==Bremsgummis und Bremsschuhe==
==Bremsbeläge==
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Für Stempel- und Felgenbremsen dienen Gummiklötze als Bremsbeläge. Beläge für Stempelbremsen wurden quasi unverändert seit den 40er Jahren bis 1990 hergestellt. In den 50er Jahren gab es unterschiedlich große Varianten, etwa für Stempelbremsen an Mifa-Sporträdern, die für einen etwas kleineren Bremsklötze ausgelegt war.
 
Für Stempel- und Felgenbremsen dienen Gummiklötze als Bremsbeläge. Beläge für Stempelbremsen wurden quasi unverändert seit den 40er Jahren bis 1990 hergestellt. In den 50er Jahren gab es unterschiedlich große Varianten, etwa für Stempelbremsen an Mifa-Sporträdern, die für einen etwas kleineren Bremsklötze ausgelegt war.
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Datei:Stempelbremsklotz.JPG|Bremsbelag in der Standartgröße für Stempelbremsen. Diese Bremsbeläge sind auch heute noch in etlichen Fahrradgeschäften zu erwerben.
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Datei:Stempelbremsklotz.JPG|Bremsgummi in der Standartgröße für Stempelbremsen.
Datei:BremsklotzSport.JPG|Bremsbelag für Felgenbremsen
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Datei:BremsklotzSport.JPG|Bremsschuh für Felgenbremsen
Datei:BremsschuKomplett1.JPG|Bremsbelag in Halterung aus Aluminium. Befestigt wurde sie mit einer Hutmutter. Auch die Halterung wurde unverändert seit den 50er Jahren bis 1990 hergestellt.
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Datei:BremsschuKomplett1.JPG|Bremsschuh in Halterung aus Aluminium. Befestigt wurde sie mit einer Hutmutter. Auch die Halterung wurde unverändert seit den 50er Jahren bis 1990 hergestellt.
Datei:BremsschuhKomplett2.JPG|Bremsbelag in Halterung mit Aussparungen. Möglicherweise für Mittelzugfelgenbremsen.
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Datei:BremsschuhKomplett2.JPG|Bremsschuh in Halterung mit Aussparungen.
Datei:BremsklotzExport.jpg|Bremsbelag mit Halterung für Exporträder in englischer Ausführung. Bremsbeläge und Halterung werden in dieser Art auch heute noch hergestellt (für indische und chinesische Fahräder mit Gestängefelgenbremsen).  
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Datei:BremsklotzExport.jpg|Bremsschuh mit Halterung für Exporträder in englischer Ausführung. Bremsbeläge und Halterung werden in dieser Art auch heute noch hergestellt (für indische und chinesische Fahräder mit Gestängefelgenbremsen).  
 
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[[Kategorie:Fahrradteile]]
 
[[Kategorie:Fahrradteile]]

Version vom 6. September 2011, 16:56 Uhr

Mit Ausnahme der Bahn-Rennräder sowie der Saalsporträder waren alle in der DDR handelsüblichen Fahrradmodelle mit zwei voneinander unabhängig wirkenden Bremsen ausgestattet, die auf das Vorderrad und das Hinterrad wirken. Das Hinterrad wurde bei den meisten Fahrrädern mit Hilfe einer Rücktrittbremse verzögert. Daneben war die Verwendung von Felgenbremsen oder Stempelbremsen in verschiedenen Ausführungen üblich.

Stempelbremsen


Stempelbremsen mit Gestänge

Bei dieser sehr einfachen Bremse wird mit Hilfe eines Hebels und einer Bremsstange der Bremsschuh von oben auf das Vorderrad gedrückt. Diese Konstruktion führt jedoch zu einem hohen Reifenverschleiß. Zudem ist ihr Wirkungsgrad nur gering. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass sich die Bremshebel nur bedingt mit verschiedenen Lenkerformen kombinieren lassen. Wurden anfangs noch zahlreiche Tourenräder, Tourensporträder sowie Kinder- und Jugendräder mit einer solchen Bremse über dem Vorderrad ausgerüstet, so ging deren Verbreitung seit Anfang der 1960er Jahre zurück. Noch bis etwa 1970 wurden die 28"-Tourenräder von Mifa damit ausgestattet.



Stempelbremsen mit Seilzug

Seilzugstempelbremsen werden durch Bowdenzüge betätigt. Auch hier wird ein Bremsschuh von oben auf das Vorderrad gedrückt. Gegenüber der Betätigung mittels Gestänge ergibt sich so der Vorteil, unterschiedliche Lenkerformen verwenden zu können. Der Hauptnachteil besteht auch hier in der geringen Bremswirkung und dem hohen Reifenverschleiß. Zudem sind Stempelbremsen mit Bowdenzugbetätigung alles andere als wartungsfreundlich. Trotzdem wurden noch bis 1990 zahlreiche Tourensport- und Klappräder mit dieser Vorderradbremse ausgerüstet.




Felgenbremsen

Bei einer Felgenbremse werden die Bremsschuhe seitlich gegen die Felge gedrückt. Dies erfordert ein Felgenprofil mit geraden Seitenflächen. Felgenbremsen werden stets mit Bowdenzügen bedient. Sie können sowohl als Vorderrad- als auch als Hinterradbremse eingesetzt werden. Der Wirkungsgrad von Felgenbremsen ist deutlich größer als bei Stempelbremsen, er hängt jedoch auch stark vom Zusammenspiel zwischen Bremsbelag und Felge ab. In der DDR verwendete man Seiten- und Mittelzugfelgenbremsen. Während die Bremsarme einer Seitenzugfelgenbremse einen gemeinsamen Drehpunkt haben, bewegen sich die Bremsarme der Mittelzugfelgenbremse jeweils um einen gesonderten Drehpunkt. Bei Verwendung von Mittelzugfelgenbremsen sind außerdem Gegenhalter erforderlich, die üblicherweise am Steuersatz und am Sattelklemmbolzen befestigt werden.

Bremsgriffe für Fahrräder mit Felgenbremsen



Bremsgriffe für Rennräder



Felgenbremsschenkel



Felgenbremsen mit Gestänge

Eine Sonderstellung im DDR-Fahrradbau nahmen die in den 1950er Jahren produzierten Tourenräder in sogenannter "englischer Ausführung" ein. Sie besaßen unter anderem Felgenbremsen mit Gestängebetätigung. Bei den entsprechenden Modellen von Diamant wurde bis etwa 1958 wurde die Gestängeumlenkung in Nähe der Steuerkopfmuffe mit einer Schelle befestigt, danach in eine angelötete Hülse geschraubt. Noch bis 1961 wurden derartige Bremsen bei den letzten Exporträdern von Möve verwendet.



Bremsgummis und Bremsschuhe

Für Stempel- und Felgenbremsen dienen Gummiklötze als Bremsbeläge. Beläge für Stempelbremsen wurden quasi unverändert seit den 40er Jahren bis 1990 hergestellt. In den 50er Jahren gab es unterschiedlich große Varianten, etwa für Stempelbremsen an Mifa-Sporträdern, die für einen etwas kleineren Bremsklötze ausgelegt war. Bremsbeläge für Felgenbremsen wurden seit der Einführung der Diamant-Sporträder im Jahr 1954 unverändert bis 1990 produziert. Im Gegensatz zu modernen Bremsbelägen hatten sie keine Rillen, Vertiefungen o.ä.. Bremsbeläge für Exporträder in englischer Ausführung (mit Gestänge-Felgenbremsen) hatten wiederum eigene Maße und Aussehen.